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End- und Dickdarmzentrum Münster
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Das Hämorrhoidalleiden

End- und Dickdarmzentrum Münster

Sie stehen nicht im besten Ruf. Das hat jedoch damit zu tun, dass ihre Existenz häufig mit einer Krankheit verwechselt wird. Doch Hämorrhoiden sind zunächst einmal ausgesprochen nützlich. Denn sie sind Teil unseres Schließmuskelapparates, fungieren wie eine Dichtung und sorgen verlässlich für die Feinkontinenz. Sie verhindern nämlich, dass Winde, Schleim oder dünnflüssiger Stuhl austreten können.
 
Hämorrhoiden bestehen aus netzförmig angeordneten Adern, dem so genannten hämorrhoidalen Schwellkörper. In der Regel ist er so prall gefüllt mit Blut, dass er den After sicher abdichtet. Erst wenn ein Toilettengang ansteht und sich der innere Schließmuskel entspannt, fließt das Blut aus den Hämorrhoiden ab. Dadurch verkleinern sie sich und der Stuhl kann ungehindert den Analkanal passieren. Doch leider kann auch fast jeder zweite Erwachsene (Frauen und Männer ungefähr gleich häufig) ein Lied davon singen, dass Hämorrhoiden auf extrem unangenehme Weise auf ihre Existenz aufmerksam machen können – dann nämlich, wenn sie sich krankhaft vergrößern, knotig werden, nach außen vorwandern und jucken, brennen, bluten oder nässen. Das verleidet mitunter auch das Sitzen.
Dass in unserer westlichen Welt so viele Menschen Probleme mit den Hämorrhoiden haben, ist in erster Linie auf unseren Lebens- und Ernährungsstil zurückzuführen.
 
Eine ballaststoffarme Kost, mangelnde Bewegung, Übergewicht, eine Bindegewebsschwäche, Verstopfung und vor allem ein extremes Pressen beim Stuhlgang sorgen dafür, dass die Hämorrhoiden sich auf Dauer erweitern und nach außen gedrückt werden.
 
Doch nicht immer verschulden die Hämorrhoiden die gesundheitlichen Probleme. Obwohl sie einer der häufigsten Gründe sind, warum Patienten unsere Praxis  aufsuchen, steckt in vielen Fällen eine andere Ursache hinter den Beschwerden, zum Beispiel eine Analfissur, ein Ekzem oder eine Analvenenthrombose.
 
Daher ist die exakte Diagnostik ganz entscheidend. Besonders dann, wenn der Stuhl mit Blut vermengt ist, muss dringend abgeklärt werden, was dafür der Auslöser ist. Denn das Blut kann auch Zeichen für eine bösartige Darmerkrankung sein.
Am Anfang der Diagnostik stehen immer eine ausführliche Anamnese und eine körperliche Untersuchung. Diese umfasst eine digitale-rektale Tastuntersuchung, eine Proktoskopie (Untersuchung des Analkanals und des unteren Rektums) sowie eine Rektoskopie (Mastdarmspiegelung). Befindet sich Blut im Stuhl oder treten Symptome wie eine Blutarmut, Stuhlgangsveränderungen, Gewichtsverlust oder ein Fremdkörpergefühl auf, gehört auch eine Koloskopie (Dickdarmspiegelung) zum diagnostischen Standard.
 
Wenn feststeht, dass eine krankhafte Vergrößerung der Hämorrhoiden vorliegt, dann unterscheiden die Mediziner je nach Fortschreiten der Krankheit vier Grade. Bei Grad 1 sind die Hämorrhoiden nur durch das Proktoskop sichtbar und nur diskret vergrößert. Bei Grad 2 tritt zu der Vergrößerung auch ein Vorfall hinzu. Das bedeutet: Die Hämorrhoiden treten beim Pressen in den Analkanal aus, ziehen sich aber von selbst wieder zurück. Von Grad 3 spricht man, wenn sich die knotig vergrößerten Hämorrhoiden nicht mehr zurückziehen, sich jedoch manuell zurückschieben lassen. Bei Grad 4 liegt ein dauerhafter Vorfall vor: Die Hämorrhoiden lassen sich nicht mehr mit dem Finger zurückdrücken und sind ausserhalb des Analkanals fixiert.
Immer orientiert an den Symptomen ! Wenn die Hämorrhoiden in einem frühen Stadium keine Beschwerden verursachen, muss man auch nichts unternehmen.
 
Beginnen sie jedoch, sich störend bemerkbar zu machen, dann helfen anfangs oft Salben. Hilfreich sind auch eine Änderung der Stuhlgangsgewohnheiten und eine ballaststoffreiche Ernährung. Halten die Beschwerden an, dann stehen verschiedene ambulante Behandlungsmöglichkeiten zur Wahl.
 
Man kann die Hämorrhoiden zum Beispiel veröden (Sklerosieren) . Dabei spritzen wir in einem Abstand von vier bis sechs Wochen mehrere Male ein Medikament an das Hämorrhoidalpolster. Der Eingriff dauert nicht länger als fünf Minuten, ist schmerzfrei und soll die Hämorrhoiden über eine lokale Reizung fixieren und zum Schrumpfen bringen.
 
Eine ebenfalls schmerzfreie Methode ist die Gummibandligatur. Dabei werden die Hämorrhoiden, die die Probleme bereiten, durch ein Gummiband quasi stranguliert. So werden sie von der Blutversorgung getrennt und sterben ab. Auch dieser Eingriff dauert nur wenige Minuten, bedarf keiner Betäubung oder Narkose und muss gegebenenfalls 2-3x wiederholt werden.
Spätestens dann, wenn die Blutgefäße dauerhaft aus dem After heraustreten und sich nicht mehr von selbst zurückziehen, hilft nur noch ein operativer Eingriff. Auch dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten – je nachdem, wie ausgeprägt der Befund ist. Treten nur einzelne Knoten heraus, kann man Teile von ihnen entfernen. Die Wunde bleibt offen und verheilt innerhalb mehrerer Wochen. Neuere Verfahren arbeiten mit der Abgabe von Hitze, durch die das Gewebe zum Schrumpfen gebracht wird. So etwa die Lasertherapie und die Radiofrequenzmethode: Das End- und Dickdarmzentrum Münster nimmt neben zwei weiteren Zentren an einer deutschlandweiten Studie zur Wirksamkeit der Radiofrequenztherapie beim Hämorrhoidalleiden teil. Die ersten Ergebnisse in unserer Praxis deuten darauf hin, dass dieses Verfahren eine gute Alternative zur Operation einzelner Hämorrhoidalknoten ist und mit weniger Beschwerden einhergeht.
 
Des weiteren führen wir auch die Laser-Hämorrhoidoplastie als schonende Behandlungsmethode mit sehr gutem Erfolg durch.
Bei ausgedehnten Befunden II. und III.° Grades ist jedoch eine größere Operation erforderlich, die die Mediziner des End- und Dickdarmzentrums Münster im Herz-Jesu-Krankenhaus durchführen. Auch ältere oder vorerkrankte Patienten, die einen Eingriff benötigen, werden nicht in der Praxis, sondern direkt im Hiltruper Krankenhaus behandelt. Ein schonendes Verfahren steht mit der so genannten Stapler-Methode zur Verfügung. Dabei entfernt man mit einem Klammernaht-Gerät im Mastdarm etwas Gewebe oberhalb der Hämorrhoiden. Dadurch lassen sich die Hämorrhoiden wieder „hochraffen“ und in ihre ursprüngliche Position im Analkanal zurückbringen. Weil die sehr empfindliche Schleimhaut im Analkanal bei dieser Operation nicht verletzt wird, ist der Eingriff relativ schmerzarm. Sind Patienten von einem Hämorrhoidalleiden des Grades 4 betroffen – was allerdings relativ selten vorkommt – werden die Hämorrhoiden unterhalb der Schleimhaut ausgeschält. Dabei kommt es darauf an, möglichst viel von der sensiblen Schleimhaut im Afterbereich zu erhalten. Denn das so genannte Anoderm ist von zahlreichen Nerven durchzogen, die die Konsistenz des Stuhls wahrnehmen und so die Feinkontinenz regulieren. Am Ende des Eingriffs wird das Anoderm wieder zusammengenäht und im Analkanal fixiert.
Am besten ist es natürlich, wenn keiner der vorgestellten Eingriffe nötig wird. Und dazu können wir selbst einen entscheidenden Beitrag leisten. Zum Beispiel, indem wir uns ballaststoffreich ernähren mit geschroteten Vollkornprodukten, Obst, Rohkostsaaten und Gemüse. Das wirkt der Verstopfung entgegen. Ein sehr effektiver und stuhlregulierender Ballaststoff sind die Schalen des indischen Flohsamens (indischer Wegerich) . 1-2 Teelöffel täglich in reichlich Wasser können hier schon eine deutliche Verbesserung der Stuhlkonsistenz bewirken. Auch viel Bewegung und eine ausreichende Trinkmenge (mindestens zwei Liter am Tag) bringen die Verdauung auf Trab. Und, ganz wichtig: ausgedehnte Sitzungen auf dem stillen Örtchen mit vielem Pressen unbedingt vermeiden und nur dann zur Toilette gehen, wenn man auch wirklich Drang verspürt. So schwer es auch fällt: Für die Lektüre des guten Buches oder der Zeitung eignet sich das Wohnzimmer besser als das Bad. Wer diese Empfehlungen beherzigt, hat schon eine Menge dafür getan, dass Hämorrhoiden keinen Unfrieden stiften.

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