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Sakrale Nervenstimulation (Schrittmacher für den Darm)

End- und Dickdarmzentrum Münster

Münsteranerin bekommt nach qualvollen Jahren Stuhlinkontinenz in den Griff

Münster – Andrea Farwick ist eine lebensfrohe Frau. Aktiv. Positiv. Unternehmungslustig. Und doch gibt es eine Zeit, in der sie kaum noch aus dem Haus geht. Die Ursache: Stuhlinkontinenz. Das ist wirklich kein Thema, über das gerne gesprochen wird. Doch Andrea Farwick geht ganz offen damit um.

Andrea Farwick ist glücklich: Mit ihrem Darm-Schrittmacher, den Dr. Matthias Kemmerling eingepflanzt hat, kann sie ihren Alltag wieder (fast) unbeschwert genießen. Und auch ihren Beruf als Busfahrerin ausüben. Foto: (Matthias Ahlke)

„Familie und Freunde wussten immer, was ich habe.“ Warum sie eine Toilette in Reichweite braucht, warum sie immer, aber wirklich immer, eine Garnitur zum Wechseln in der Tasche hat. „Unterwäsche, zweite Hose, Windeln, ich hatte immer alles dabei.“

Die Betonung liegt auf „hatte“. Für Andrea Farwick hat im März ein neues Leben begonnen: Sie trägt einen Darm-Schrittmacher. Dieses 22 Gramm leichte Gerät hat Dr. Matthias Kemmerling in einer einstündigen Operation implantiert – und es sorgt jetzt für Sicherheit und viel besser steuerbare Verdauung.

Als die Ahauserin in die Praxis an der Warendorfer Straße kommt, hat sie schon einen langen Leidensweg hinter sich. Er beginnt 1993 mit der Diagnose Gebärmutter-Krebs, drei Jahre später wird ein Tumor am Beckenknochen entdeckt. Die Bestrahlungen zerstören ihren Darm, es beginnt mit leichtem Durchfall, der irgendwann chronisch wird. Und durch nichts zu stoppen ist.

„Ich habe nach jedem Strohhalm gegriffen“, sagt die heute 47-Jährige. Anal-Tampons, Spezial-Unterwäsche, Beckenboden-Gymnastik, Ernährungsumstellung – nichts hat geholfen.

Etwa eine Million Menschen, so berichtet Dr. Matthias Kemmerling, leiden in Deutschland an einer Stuhlinkontinenz. „Etwa 1000 werden pro Jahr operiert, um durch rekonstruktive Maßnahmen die Inkontinenz zu stoppen“, so der Facharzt für Chirurgie, Visceralchirurgie und Proktologie. Für viele die erste Hürde: Sie reden nicht über ihre Beschwerden.

Andrea Farwick wendet sich an ihren Hausarzt. Der möchte lieber den Rat des Fachmediziners – und so kommt sie Ende vergangenen Jahres erstmals in das End- und Dickdarmzentrum.

Dr. Kemmerling kommt nach intensiven Gesprächen zu dem Schluss: Hier wäre ein Schrittmacher die beste Lösung. Denn dieses winzige Gerät stimuliert über die Nerven den Schließmuskel, den Andrea Farwick selbst nach den Strahlenschäden nicht mehr unter Kontrolle hatte. Ein „Probelauf“ von zwei Wochen, in denen das Gerät noch nicht implantiert, sondern äußerlich getragen wird, gibt dem Mediziner Recht. Und seine Patientin will den Schrittmacher gar nicht mehr abgeben: „Der Erfolg war unglaublich.“

Im März bekommt sie das Hilfsgerät eingepflanzt, nur eine kleine Narbe erinnert noch daran. Sie aber muss immer daran denken: „Das funktioniert wie ein Herzschrittmacher.“ Flughafenkontrollen, Sicherheitsschranken in Warenhäusern, all das sind Hürden, in denen sie zuvor ihren Ausweis zückt, um Probleme und Missverständnisse zu vermeiden.

40 000 Menschen weltweit gibt es mit einem Darm-Schrittmacher, weiß Dr. Kemmerling. Andrea Farwick ist in Münster seine erste Patientin, bei der er dieses Verfahren angewandt hat.

Quelle: WN, Artikel von Martina Döbbe
Stand 14.09.2011: http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/muenster/nachrichten/1579924_Muensteranerin_bekommt_nach_qualvollen_Jahren_Stuhlinkontinenz_in_den_Griff.html