20.05.2012


Analfistel und Analabszess

Morbus Crohn und anales Fistelleiden

Unter dem Begriff der chronischentzündlichen Darmerkrankungen werden die beiden idiopathischen Kolitiden Colitis ulcerosa und M. Crohn subsumiert, die im Gegensatz zu den infektiösen Kolitiden niemals einen selbstlimitierenden Verlauf zeigen. Colitis ulcerosa und M. Crohn müssen zunächst als Gegenstand einer internistisch-gastroenterologischen Diagnostik und Therapie gesehen werden.

Die Ursache des M. Crohn ist unklar, vermutlich ist sie multifaktoriell bedingt, wobei möglicherweise neben einer genetischen Prädisposition autoimmunologische und entzündliche Vorgänge beteiligt sind. Der M. Crohn kann den gesamten Gastrointestinaltrakt befallen. Er manifestiert sich häufig mit Analfisteln und Abszessen.

Bei der Colitis ulcerosa beschränken sich die entzündlichen Veränderungen primär auf das Kolon und Rektum. Sie breitet sich flächenhaft und kontinuierlich von distal nach proximal aus, wobei das Rektum regelhaft befallen ist. Der anatomische Analkanal ist dagegen selten betroffen. Das Anoderm und die Schließmuskulatur sind nur in seltenen Ausnahmefällen beteiligt. Analfisteln treten bei der Colitis ulcerosa in etwa 3 Prozent der Fälle auf.

 

Dr. med. Matthias Kemmerling, Facharzt für Chirurgie, Visceralchirurgie und Proktologie, früher Oberarzt der Chirurgischen Klinik II, Koloproktologie, Raphaelsklinik Münster
Dr. med. Franz Raulf, Chefarzt Chirurgie, Koloproktologie, Raphaelsklinik Münster.

Erschienen in der “kontinenz aktuell” 2/2006, Juli Nr.39, Offizielles Organ der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V., www.kontinenz-gesellschaft.de.