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Darmprobleme zu verschleppen ist lebensgefährlich

End- und Dickdarmzentrum Münster

Fachreferenten informierten beim Patientenseminar im Herz-Jesu-Krankenhaus anschaulich und eindringlich über Darmkrankheiten und lebensrettende Krebsvorsorge. (Foto: Linke)

Fachreferenten informierten beim Patientenseminar im Herz-Jesu-Krankenhaus anschaulich und eindringlich über Darmkrankheiten und lebensrettende Krebsvorsorge. (Foto: Linke)

[13.03.2008 | WLI]
30 000 Darmkrebstote pro Jahr in Deutschland – die Statistik spricht eine deutliche Sprache. So deutlich, dass die Stiftung „LebensBlicke“ den März zum Darmkrebsmonat erklärte – und das Herz-Jesu-Krankenhaus Hiltrup ein Patientenseminar zum Thema veranstaltete.

„Blut am Papier – das Leid mit den Hämorrhoiden“ hieß das Thema der Veranstaltung im Festsaal des Mutterhauses der Missionsschwestern, in deren Rahmen die Referenten die verschiedenen Facetten der Thematik vorstellten.

Tabuthema
Dr. Dirk Tübergen, Enddarmpraxis Münster, erläuterte nach der Begrüßung durch den Chefarzt des Krankenhauses, Dr. Rüdiger Horstmann, der Bereich Darm und dessen mögliche Erkrankungen seien noch immer ein Tabuthema. „Deshalb“, so der Experte, „werden Erkrankungen häufig verschleppt“. Aufgrund der Komplexität des Organs seien mögliche Störungsformen denn auch recht vielfältig. Neben den Hämorrhoiden, die jeder Mensch habe, könne beispielsweise auch eine perianale Thrombose zu Blutungen führen. Dabei handele es sich lediglich um ein aufgeplatztes Hämatom. Weitaus schmerzhafter ist die Analfissur – ein Afterriss. Zudem gebe es in diesem Bereich lästige Erscheinugen wie etwa Hautwarzen.

Wann Hämorrhoiden unangenehm werden
„Ein feuchtes Milieu begünstigt diese Form der Erkrankung“, erläuterte Dr. Tübergen. Hämorrhoiden seien da schon tückischer – „sie schmerzen nicht“, stellte der Fachmann fest. Zu Blutungen komme es, wenn sie durch den Darm bis hin zur äußerlichen Sichtbarkeit vorfallen. Als Ursache für hämorrhoidale Erkrankungen ließen sich laut Tübergen unter anderem die Genetik, das Alter, Schwangerschaft und Leberzirrhose ausmachen. Aber auch eine falsche Ernährung, die Trinkmenge und Bewegungsmangel können begünstigend wirken. Als wirklich krankhaft seien die Hämorrhoiden beim Auftreten von Blutungen, Nässe und daraus resultierendem Juckreiz zu bezeichnen. Dadurch bedingt trete schließlich ein Fremdkörper- oder Druckgefühl auf. Doch es gebe viele Möglichkeiten, wie die Erkrankung erkannt werden könne.

Behandlung mit Salben udn Zäpfchen, seltener Operationen
Neben der Anamnese und der Inspektion nannte Dr. Tübergen beispielsweise auch die rektal digitale Untersuchung als Mittel zum Zweck. Denkbare Behandlungsmethoden seien eine Diät, Stuhlregulation, Salben und Zäpfchen. Der operative Weg werde eher selten eingeschlagen. Eine weitere Ursache für Blutungen können auch Erkrankungen direkt im Dickdarm sein – (Krebs-) Tumore könnten ebenso ursächlich sein wie etwa Divertikel oder chronische Entzündungen.

Keine Angst vor Darmspiegelung
„Eine Darmspiegelung ist oft sehr wichtig“, betonte Dr. Tübergen. Chefarzt Dr. Anton Gillessen, Innere Medizin, hatte den Gästen einen spannenden Videofilm zum Thema Darmspiegelung mitgebracht. „Die Spiegelung ist nicht schmerzhaft, aber gegen unangenehme Gefühle können wir nichts spritzen“, verwies Dr. Gillessen ebenfalls auf die Ressentiments, die in der Gesellschaft noch immer gegen dieses Thema existieren.

Darmspiegelungen, so der Chefarzt, werden heutzutage nur unter einer kurzen Narkose durchgeführt. Außerdem habe sich die Technik an sich erheblich weiterentwickelt. Die Endoskope seien mit einem Videochip versehen und flexibel. „Die Untersuchung dauert im Schnitt 20 Minuten, weil wir lieber sorgfältig als schnell sind“, erläuterte Gillessen das Procedere.

Schon während der Untersuchung Krebs verhindern
Bis zu 75 000 neue Darmkrebserkrankungen pro Jahr gebe es in Deutschland, unterstrich er nochmals die Wichtigkeit der Vorsorgeuntersuchung – „die“, so Dr. Gillessen, „übrigens die einzige Vorsorgeuntersuchung ist, bei der man Krebs verhindern kann“. Wie und warum zeigte der Videofilm. Schon während der Untersuchung werden Polypen im Darm entfernt. Um den Polypen – eine mögliche Vorstufe zum Darmkrebs – wird eine Schlinge gelegt. Durch Erhitzung mittels Strom wird der Polyp abgetrennt und wandert anschließend zur Untersuchung ins Labor. „In der Besprechung nach der Untersuchung können wir den Patienten dann schon den Befund mitteilen“, verwies der Fachmann auf den Ablauf. Einzig unangenehm an der Darmspiegelung sei nach wie vor, dass der Patient vorab drei Liter einer Reinigungslösung trinken müsse, damit der Darm zur Untersuchung vollkommen leer sei. „Nur so“, erklärte Gillessen, „ist es möglich, dass wir uns die Darmschleimhaut ganz genau ansehen können“.

Zu guter Letzt berichtete Dr. Matthias Kemmerling, Facharzt für Viscalchirurgie, Wissenswertes aus der Praxis. Dr. Kemmerling und Dr. Tübergen, die die Enddarmpraxis Münster gemeinsam führen, arbeiten seit kurzem mit dem Herz-Jesu-Krankenhaus zusammen – einmal je Woche operieren sie in Hiltrup.

Quelle: Echo-Münster, Artikel von Wolfram Linke
Stand 11.01.2009: http://www.echo-muenster.de/node/21823