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20.05.2012
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Schrittmacher für den Darm
End- und Dickdarmzentrum Münster
Münsteranerin bekommt nach qualvollen Jahren Stuhlinkontinenz in den Griff
Münster – Andrea Farwick ist eine lebensfrohe Frau. Aktiv. Positiv. Unternehmungslustig. Und doch gibt es eine Zeit, in der sie kaum noch aus dem Haus geht. Die Ursache: Stuhlinkontinenz. Das ist wirklich kein Thema, über das gerne gesprochen wird. Doch Andrea Farwick geht ganz offen damit um.
 Andrea Farwick ist glücklich: Mit ihrem Darm-Schrittmacher, den Dr. Matthias Kemmerling eingepflanzt hat, kann sie ihren Alltag wieder (fast) unbeschwert genießen. Und auch ihren Beruf als Busfahrerin ausüben. Foto: (Matthias Ahlke)
„Familie und Freunde wussten immer, was ich habe.“ Warum sie eine Toilette in Reichweite braucht, warum sie immer, aber wirklich immer, eine Garnitur zum Wechseln in der Tasche hat. „Unterwäsche, zweite Hose, Windeln, ich hatte immer alles dabei.“
Die Betonung liegt auf „hatte“. Für Andrea Farwick hat im März ein neues Leben begonnen: Sie trägt einen Darm-Schrittmacher. Dieses 22 Gramm leichte Gerät hat Dr. Matthias Kemmerling in einer einstündigen Operation implantiert – und es sorgt jetzt für Sicherheit und viel besser steuerbare Verdauung.
Als die Ahauserin in die Praxis an der Warendorfer Straße kommt, hat sie schon einen langen Leidensweg hinter sich. Er beginnt 1993 mit der Diagnose Gebärmutter-Krebs, drei Jahre später wird ein Tumor am Beckenknochen entdeckt. Die Bestrahlungen zerstören ihren Darm, es beginnt mit leichtem Durchfall, der irgendwann chronisch wird. Und durch nichts zu stoppen ist.
„Ich habe nach jedem Strohhalm gegriffen“, sagt die heute 47-Jährige. Anal-Tampons, Spezial-Unterwäsche, Beckenboden-Gymnastik, Ernährungsumstellung – nichts hat geholfen.
Etwa eine Million Menschen, so berichtet Dr. Matthias Kemmerling, leiden in Deutschland an einer Stuhlinkontinenz. „Etwa 1000 werden pro Jahr operiert, um durch rekonstruktive Maßnahmen die Inkontinenz zu stoppen“, so der Facharzt für Chirurgie, Visceralchirurgie und Proktologie. Für viele die erste Hürde: Sie reden nicht über ihre Beschwerden.
Andrea Farwick wendet sich an ihren Hausarzt. Der möchte lieber den Rat des Fachmediziners – und so kommt sie Ende vergangenen Jahres erstmals in das End- und Dickdarmzentrum.
Dr. Kemmerling kommt nach intensiven Gesprächen zu dem Schluss: Hier wäre ein Schrittmacher die beste Lösung. Denn dieses winzige Gerät stimuliert über die Nerven den Schließmuskel, den Andrea Farwick selbst nach den Strahlenschäden nicht mehr unter Kontrolle hatte. Ein „Probelauf“ von zwei Wochen, in denen das Gerät noch nicht implantiert, sondern äußerlich getragen wird, gibt dem Mediziner Recht. Und seine Patientin will den Schrittmacher gar nicht mehr abgeben: „Der Erfolg war unglaublich.“
Im März bekommt sie das Hilfsgerät eingepflanzt, nur eine kleine Narbe erinnert noch daran. Sie aber muss immer daran denken: „Das funktioniert wie ein Herzschrittmacher.“ Flughafenkontrollen, Sicherheitsschranken in Warenhäusern, all das sind Hürden, in denen sie zuvor ihren Ausweis zückt, um Probleme und Missverständnisse zu vermeiden.
40 000 Menschen weltweit gibt es mit einem Darm-Schrittmacher, weiß Dr. Kemmerling. Andrea Farwick ist in Münster seine erste Patientin, bei der er dieses Verfahren angewandt hat.
Quelle: WN, Artikel von Martina Döbbe
Stand 14.09.2011: http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/muenster/nachrichten/1579924_Muensteranerin_bekommt_nach_qualvollen_Jahren_Stuhlinkontinenz_in_den_Griff.html
Schrittmacher reguliert unhaltbaren Toilettendrang
End- und Dickdarmzentrum Münster
Operationsverfahren erfolgreich bei schwerer Stuhlinkontinenz
 Der Koloproktologe Dr. Matthias Kemmerling bei der Nachbesprechung mit Patientin Annette V., die durch die Sakralnervenstimulation an Lebensqualität gewonnen hat.
Beim Einkauf im Supermarkt von jetzt auf gleich alles stehen und liegen zu lassen und eilig das Geschäft zu verlassen, gehörte zum Alltag von Annette v. (Name geändert). Der Grund ist für all jene, die schwere Formen von Inkontinenz nicht kennen, kaum vorstellbar: Bis zu zehn Mal am Tag entleerte sich der Darm der 47-Jährigen schlagartig. „Da gab es kein Halten mehr“, erzählt sie, „trotz Windeln. Was austrat, lief einfach die Beine herunter.“
2006 erkrankte Annette V. an Krebs. Ein Tumor am Beckenrand wurde beseitigt. Die anschließenden Bestrahlungen schädigten den Darm und die Schließmuskelfunktion. Ihren Beruf als Busfahrerin konnte sie gerade einmal zwei Stunden am Vormittag ausüben. Immer in Windeln, immer in Angst, immer mit einer Tasche mit Ersatzbekleidung, Wasch- und Desinfektionsmitteln, Handtüchern, Mülltüten. „Natürlich hörte und roch mein Umfeld, wenn es wieder einmal passierte“, sagt Annette V., und sie trat die Flucht nach vorne an. Unterstützt vom Ehemann und ihren beiden 17- und 21-jährigen Söhnen entschloss sie sich zur Offenheit, sprach mit Bekannten und Freunden auch über das dauernde Wundsein in diesem sensiblen Körperbereich, dass sie kaum noch die Berührung mit dem Waschlappen ertrug und sich trocken föhnte. Sie verzichtete konsequent auf Milchprodukte, die offensichtlich noch zur Reizung beitrugen und probierte alle erdenklichen konservativen Heilmethoden wie Beckenbodengymnastik, Reizstromtherapie oder auch Analtampons. Nichts half.
In der Enddarmpraxis der Dres. Tübergen/ Kemmerling/Raulf wollte Annette V. sich nun nach den verbleibenden Möglichkeit erkundigen, die ihre Situation verbessern könnten. Der Koloproktologe Dr. Matthias Kemmerling, Kooperationspartner des Herz- Jesu-Krankenhauses Münster-Hiltrup, schlug ein Verfahren vor, das in Münster bislang nur bei der Therapie der Harninkontinenz eingesetzt wurde: die Sakralnervenstimulation.
„Während eines kleinen Eingriffs in Narkose wird eine feine Elektrode behutsam durch die natürlichen Öffnungen des Kreuzbeins an den Sakralnerven geführt. Es wird dann das entsprechende Nervensegment stimuliert, das die Schließmuskeltätigkeit regelt“, erläutert Dr. Kemmerling die Methode. „Noch während der OP kann durch Stimulierung die richtige Positionierung kontrolliert werden. Um den Erfolg vor Implantierung des endgültigen Schrittmachers unter die Haut zu testen, trägt die Patientin das kleine Gerät zunächst 2 Wochen am Gürtel. In dieser Zeit wird dann genau festgehalten, ob sich eine Besserung der Inkontinenz einstellt. “
Auch später im Körper lässt sich der Schrittmacher per Fernbedienung so lange fein einstellen, bis eine optimale Stimulation des Schließmuskels erreicht ist.
Mehr als das sorgfältig geführte Stuhltagebuch von Annette V. belegt ihre Freude und die sichtbare Erleichterung den deutlichen Erfolg. „Neulich habe ich den im Drogeriemarkt empfundenen Stuhldrang bis nach Hause kontrollieren können“, strahlt sie. „Ich muss nach all den Jahren der psychischen Belastung nun einfach üben und vertrauen. Und diesen Sommer gibt es für mich endlich wieder meine geliebte Knoblauchsoße.“ | KMA
Quelle: Das Magazin des Herz-Jesu-Krankenhauses Münster-Hiltrup, HERZSCHLAG 12, S. 17, OP-Verfahren, KMA
Fortentwicklung bei Behandlung von Darmerkrankungen
End- und Dickdarmzentrum Münster
 Dr. Raulf, Dr. Tübergen, Dr. Kemmerling und Dr. Horstmann (v.l.) nutzen die Kooperation auch, um neue Wege in der Behandlung zu finden. (Foto: Wolfram Linke)
[17.04.2008 | WLI]
Seit Januar kooperiert das interdisziplinäre Bauchzentrum des Herz-Jesu-Krankenhauses in Hiltrup erfolgreich mit der Enddarmpraxis Münster, die von Dr. Matthias Kemmerling, Dr. Dirk Tübergen und Dr. Franz Raulf geführt wird.
“Wir haben einen Partner für Aftereingriffe gesucht, die nur stationär möglich sind”, erläuterte Dr. Raulf die Intention der Zusammenarbeit. Damit sei man in Hiltrup auf offene Ohren gestoßen: “Die koloproktologische Kompetenz des Krankenhauses”, betonte Dr. Rüdiger Horstmann, Chefarzt der Chirurgie-Abteilung, wird damit zusätzlich ausgeweitet”. Zudem könne die Fortentwicklung dieser Disziplin laut Raulf damit vorangetrieben werden und, ergänzte Horstmann, den Assistenz-Ärzten können nun eine Zusatzweiterbildung auf dem Sektor Enddarmuntersuchung angeboten werden.
Gezielte Behandlung
Die Enddarmpraxis profitiere davon, dass die Patienten sehr gezielt behandelt werden können und eine größere Fürsorge erfahren: “Es ist immer jemand da, auch nachts und am Wochenende”, verwies der Chefarzt auf die Vorteile der stationären Betreuung. Jedem Patienten stehe ein Zimmer mit Toilette zur Verfügung, um den Gang über den Flur zu ersparen. Die Zahl der Betten sei zunächst nicht beschränkt, um möglichst flexibel auf den Bedarf reagieren zu können.
Zehn Prozent stationär
Von der Gesamtzahl der Patienten, verwies Dr. Kemmerling auf das Volumen, kämen nur zehn Prozent für eine stationäre Behandlung in Frage. Pro Jahr, schätzten die Experten, werden rund 200 bis 300 Patienten der Enddarmpraxis im Herz-Jesu-Krankenhaus behandelt. Die Kooperation sei ein großer Schritt im ganzheitlichen Ansatz bei der Behandlung von Anorektum-Erkrankungen. Das gemeinsame wirken von Chirurgen und Gastroenterologen gewährleiste eine schnelle und umfassende Diagnostik bei Darmerkrankungen. <
Fortbildungsveranstaltung
Auf Basis dieser Zusammenarbeit findet nun gemeinsam mit der Ärztekammer Westfalen-Lippe am Mittwoch, 23. April, von 17 bis 20 Uhr im Festsaal des Mutterhauses eine Fortbildungsveranstaltung für Fachpublikum statt. Unter anderem werden in Fachvorträgen die Stapler-Hämorrhoidektomie, die Analfissur und die Stuhl-Inkontinenz thematisiert.
Häufigste Krebserkrankung
Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen – pro Jahr kommen 70 000 neue Fälle hinzu. Die Kassen empfehlen eine Koloskopie (Darmspiegelung) ab dem 55. Lebensjahr mit jeweils einer neuen Untersuchung im Rhythmus von zehn Jahren. Die Koloskopie ist im Vergleich zu anderen Krebsvorsorgeuntersuchungen das einzige Verfahren, bei dem durch das Entfernen von Polypen frühzeitig auch behandelt werden kann. “ist der Patient behandelt, ist er damit auch sofort geheilt”, fasste Dr. Horstmann den positiven Effekt der frühzeitigen Untersuchung zusammen. Werde zu lange gewartet, treten Spätsymptome wie etwa hoher Gewichtsverlust und am Ende sogar der Darmverschluss auf.
Hämorrhoiden
Eine echte kleine Volksseuche seien, so Dr. Tübergen, außerdem die Hämorrhoiden, unter denen 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung leiden. Wie alle Erkrankungen des Anorektums gelte es, auch sie zu enttabuisieren – immer noch scheuen viele den Gang zum Arzt. Ist der Schritt über die Schwelle geschafft, ist es nur noch ein kurzer Weg zur professionellen – und in der Regel schmerzfreien – Behandlung: “Bislang”, zog Dr. Raulf ein erstes positives Fazit der Zusammenarbeit mit dem Herz-Jesu-Krankenhaus, “waren alle sehr zufrieden, und wir haben keinerlei Klagen gehört”.
Quelle: Echo-Münster, Artikel von Wolfram Linke
Stand 16.11.2008: http://www.echo-muenster.de/node/25274
Gemeinsam gegen Enddarmerkrankungen
End- und Dickdarmzentrum Münster
 Herz-Jesu-Krankenhaus und niedergelassene Mediziner kooperieren
Es gibt Krankheiten, über die redet man nicht gern. Zum Beispiel, wenn sie den Enddarm betreffen. Hämorrhoiden, Fisteln, Abszesse im Analbereich oder ein Mastdarmvorfall treten gar nicht selten auf. Doch darüber zu reden und sich bei Beschwerden in ärztliche Obhut zu begeben, fällt vielen Betroffenen schwer. Dabei gibt es Mediziner, die sich auf solche Erkrankungen spezialisiert haben. Wie Dr. Dirk Tübergen, Dr. Matthias Kemmerling und Dr. Franz Raulf, die sich in der Enddarmpraxis Münster zusammengeschlossen haben. Mit diesen drei niedergelassenen Medizinern pflegt das Herz-Jesu-Krankenhaus jetzt eine enge Kooperation.
“Wir erweitern dadurch unser diagnostisches und therapeutisches Spektrum”, freut sich Prof. Dr. Rüdiger Horstmann, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie im Herz-Jesu-Krankenhaus über die Zusammenarbeit. Einmal wöchentlich nutzen die Ärzte der Enddarmpraxis für ihre Patienten die OP-Kapazitäten des Hiltruper Krankenhauses. “Viele Eingriffe können wir zwar ambulant in unserer Praxis durchführen, aber bei einigen Erkrankungen brauchen die Patienten anschließend einen stationären Krankenhausaufenthalt. Da ist es gut, dass wir direkt im hier operieren können und unsere Patienten anschließend bestens versorgt wissen”, erklärt Raulf.
Bei einigen chirurgischen Eingriffen, wie etwa bei der Behebung eines Mastdarmvorfalls, operieren Chirurgen des Krankenhauses und die Kollegen aus der Enddarmpraxis sogar gemeinsam. Und wenn die niedergelassenen Proktologen den notwendigen Eingriff nicht selbst durchführen können, dann steht das chirurgische Team des Herz-Jesu-Krankenhauses zur Verfügung. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der Verdacht auf Darmkrebs besteht oder wenn chronisch-entzündliche Darmerkrankungen eine Operation erforderlich machen. Das Hiltruper Krankenhaus ist dabei eine der Kliniken in Deutschland, die diese Krankheiten minimal-invasiv therapieren. “Wann immer es möglich ist, setzen wir die ‘Schlüsselloch-Technik’ ein, die mit winzigen Schnitten auskommt und die Patienten dadurch weniger belastet als eine offene Operation”, erläutert Horstmann. Ein weiteres Plus sehen die Mediziner an der Schnittstelle von ambulanter und stationärer Versorgung: “Wir betreuen viele Patienten nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus ambulant weiter”, sagt Raulf. “Dass wir die Therapiekonzepte unserer Kollegen aus Hiltr-up kennen, erleichtert die Nachsorge. Den Patienten gibt es die Sicherheit, dass bei ihrer Behandlung stationäre und ambulante Betreuung optimal aufeinander abgestimmt sind.”
Quelle: Herzschlag, Ausgabe 03, August 2008
Stand 11.01.2009: http://www.herz-jesu-kh.net/mediaDownload.php?mId=1229
Darmprobleme zu verschleppen ist lebensgefährlich
End- und Dickdarmzentrum Münster
 Fachreferenten informierten beim Patientenseminar im Herz-Jesu-Krankenhaus anschaulich und eindringlich über Darmkrankheiten und lebensrettende Krebsvorsorge. (Foto: Linke)
[13.03.2008 | WLI]
30 000 Darmkrebstote pro Jahr in Deutschland – die Statistik spricht eine deutliche Sprache. So deutlich, dass die Stiftung “LebensBlicke” den März zum Darmkrebsmonat erklärte – und das Herz-Jesu-Krankenhaus Hiltrup ein Patientenseminar zum Thema veranstaltete.
“Blut am Papier – das Leid mit den Hämorrhoiden” hieß das Thema der Veranstaltung im Festsaal des Mutterhauses der Missionsschwestern, in deren Rahmen die Referenten die verschiedenen Facetten der Thematik vorstellten.
Tabuthema
Dr. Dirk Tübergen, Enddarmpraxis Münster, erläuterte nach der Begrüßung durch den Chefarzt des Krankenhauses, Dr. Rüdiger Horstmann, der Bereich Darm und dessen mögliche Erkrankungen seien noch immer ein Tabuthema. “Deshalb”, so der Experte, “werden Erkrankungen häufig verschleppt”. Aufgrund der Komplexität des Organs seien mögliche Störungsformen denn auch recht vielfältig. Neben den Hämorrhoiden, die jeder Mensch habe, könne beispielsweise auch eine perianale Thrombose zu Blutungen führen. Dabei handele es sich lediglich um ein aufgeplatztes Hämatom. Weitaus schmerzhafter ist die Analfissur – ein Afterriss. Zudem gebe es in diesem Bereich lästige Erscheinugen wie etwa Hautwarzen.
Wann Hämorrhoiden unangenehm werden
“Ein feuchtes Milieu begünstigt diese Form der Erkrankung”, erläuterte Dr. Tübergen. Hämorrhoiden seien da schon tückischer – “sie schmerzen nicht”, stellte der Fachmann fest. Zu Blutungen komme es, wenn sie durch den Darm bis hin zur äußerlichen Sichtbarkeit vorfallen. Als Ursache für hämorrhoidale Erkrankungen ließen sich laut Tübergen unter anderem die Genetik, das Alter, Schwangerschaft und Leberzirrhose ausmachen. Aber auch eine falsche Ernährung, die Trinkmenge und Bewegungsmangel können begünstigend wirken. Als wirklich krankhaft seien die Hämorrhoiden beim Auftreten von Blutungen, Nässe und daraus resultierendem Juckreiz zu bezeichnen. Dadurch bedingt trete schließlich ein Fremdkörper- oder Druckgefühl auf. Doch es gebe viele Möglichkeiten, wie die Erkrankung erkannt werden könne.
Behandlung mit Salben udn Zäpfchen, seltener Operationen
Neben der Anamnese und der Inspektion nannte Dr. Tübergen beispielsweise auch die rektal digitale Untersuchung als Mittel zum Zweck. Denkbare Behandlungsmethoden seien eine Diät, Stuhlregulation, Salben und Zäpfchen. Der operative Weg werde eher selten eingeschlagen. Eine weitere Ursache für Blutungen können auch Erkrankungen direkt im Dickdarm sein – (Krebs-) Tumore könnten ebenso ursächlich sein wie etwa Divertikel oder chronische Entzündungen.
Keine Angst vor Darmspiegelung
“Eine Darmspiegelung ist oft sehr wichtig”, betonte Dr. Tübergen. Chefarzt Dr. Anton Gillessen, Innere Medizin, hatte den Gästen einen spannenden Videofilm zum Thema Darmspiegelung mitgebracht. “Die Spiegelung ist nicht schmerzhaft, aber gegen unangenehme Gefühle können wir nichts spritzen”, verwies Dr. Gillessen ebenfalls auf die Ressentiments, die in der Gesellschaft noch immer gegen dieses Thema existieren.
Darmspiegelungen, so der Chefarzt, werden heutzutage nur unter einer kurzen Narkose durchgeführt. Außerdem habe sich die Technik an sich erheblich weiterentwickelt. Die Endoskope seien mit einem Videochip versehen und flexibel. “Die Untersuchung dauert im Schnitt 20 Minuten, weil wir lieber sorgfältig als schnell sind”, erläuterte Gillessen das Procedere.
Schon während der Untersuchung Krebs verhindern
Bis zu 75 000 neue Darmkrebserkrankungen pro Jahr gebe es in Deutschland, unterstrich er nochmals die Wichtigkeit der Vorsorgeuntersuchung – “die”, so Dr. Gillessen, “übrigens die einzige Vorsorgeuntersuchung ist, bei der man Krebs verhindern kann”. Wie und warum zeigte der Videofilm. Schon während der Untersuchung werden Polypen im Darm entfernt. Um den Polypen – eine mögliche Vorstufe zum Darmkrebs – wird eine Schlinge gelegt. Durch Erhitzung mittels Strom wird der Polyp abgetrennt und wandert anschließend zur Untersuchung ins Labor. “In der Besprechung nach der Untersuchung können wir den Patienten dann schon den Befund mitteilen”, verwies der Fachmann auf den Ablauf. Einzig unangenehm an der Darmspiegelung sei nach wie vor, dass der Patient vorab drei Liter einer Reinigungslösung trinken müsse, damit der Darm zur Untersuchung vollkommen leer sei. “Nur so”, erklärte Gillessen, “ist es möglich, dass wir uns die Darmschleimhaut ganz genau ansehen können”.
Zu guter Letzt berichtete Dr. Matthias Kemmerling, Facharzt für Viscalchirurgie, Wissenswertes aus der Praxis. Dr. Kemmerling und Dr. Tübergen, die die Enddarmpraxis Münster gemeinsam führen, arbeiten seit kurzem mit dem Herz-Jesu-Krankenhaus zusammen – einmal je Woche operieren sie in Hiltrup.
Quelle: Echo-Münster, Artikel von Wolfram Linke
Stand 11.01.2009: http://www.echo-muenster.de/node/21823
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Anschrift End- und Dickdarmzentrum Münster
Dr. med. Dirk Tübergen
Dr. med. Matthias Kemmerling
Dr. med. Franz Raulf
Warendorfer Straße 185
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