20.05.2012


Anatomie

Anantomie

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Rektum und Analkanal (AK) bilden den distalen Abschluss des Gastrointestinaltrakts. Der anatomische Analkanal reicht von der Linea anocutanea bis zur Linea dentata und ist ektodermalen Ursprungs. Der chirurgische Analkanal ist anhand klinischer Erfordernisse definiert und reicht von der Linea anocutanea bis zur Linea anorectalis in Höhe der Puborektalisschlinge. Er ist also länger und umfasst den gesamten Kontinenzapparat.

Hämorrhoiden und Analvenenthrombosen stellen häufige proktologische Erkrankungen dar.



Die epitheliale Auskleidung des AK ist dreigeteilt:

  • Dem im unteren Drittel befindlichen, nicht verhornenden Anoderm kommt aufgrund seiner sensiblen Innervation eine wesentliche Rolle bezüglich der Stuhldiskrimination zu.
  • Im oberen Drittel des AK befindet sich eine der Rektumschleimhaut ähnliche Mukosa.
  • In der Zwischenzone liegt das so genannte Übergangsepithel (Transitionalzone).

    Unmittelbar subepithelial befindet sich das Corpus cavernosum recti, ein arteriovenöses Gefäßgeflecht, das auch als Hämorrhoidalplexus bezeichnet wird. Es ist physiologischerweise bei jedem Menschen vorhanden und dient der Feinkontinenz. Am Analverschluss wirken als Teil des muskulären Kontinenzorgans ein glatter innerer und ein quergestreifter äußerer Schließmuskel mit.

    Der innere Schließmuskel (M. sphincter ani internus) besteht aus einer etwa 2 cm langen Verdickung der inneren Ringmuskelschicht des Kolons. Er stellt ein ganglienfreies Endsegment des Muskelrohres dar, dessen Dauertonus Grundlage der Ruhekontinenz ist.

    Der äußere Schließmuskel (M. sphincter ani externus) umhüllt den inneren Sphinkter wie eine zweite Manschette. Der für die Grobkontinenz wichtigste Muskel ist der oberhalb vom äußeren und inneren Schließmuskel schlingenförmig hinter dem Darmende vorbeilaufende unterste Anteil des M. levator ani, der M. puborectalis. Er zieht die Rektumhinterwand nach vorn. Auch dieser Muskel besitzt neben einer Willkürkomponente einen Dauertonus, der zur Defäkation erschlafft.

 

ÄRZTLICHE PRAXIS: Zertifizierte Fortbildung
Proktologische Erkrankungen

Dr. med. Matthias Kemmerling, Facharzt für Chirurgie, Visceralchirurgie und Proktologie, früher Oberarzt der Chirurgischen Klinik II, Koloproktologie, Raphaelsklinik Münster
Dr. med. Franz Raulf, Chefarzt Chirurgie, Koloproktologie, Raphaelsklinik Münster.

in Zusammenarbeit mit der Landesärztekammer Westfalen-Lippe und MEDICA Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Medizinischen Diagnostik e. V.,
auch als PDF-Download (206 KB) und bei www.aerztlichepraxis.de